
Der Bassist und Komponist Martin Wind wurde 1968 in Flensburg geboren und zog 1996 nach New York, um mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) an der New York University (NYU) zu studieren.
1995 erhielt er sein Diplom als Orchestermusiker an der Musikhochschule Köln, wo er bei Prof. Wolfgang Güttler, dem ehemaligen Bassisten der Berliner Philharmoniker, studierte.
1998 schloss er sein Masterstudium in Jazz-Performance und Komposition an der NYU ab. Zu seinen Lehrern zählten Mike Richmond, Jim McNeely, Tom Boras, Mike Holober und Kenny Werner.
Seit seinem Umzug nach New York ist Martin ein fester Bestandteil der dortigen Jazzszene und ein gefragter Studiomusiker. Zu seinen Filmcredits zählen unter anderem The Alamo, Intolerable Cruelty, Mona Lisa Smile, Fur, True Grit, The Secret Life of Walter Mitty und Gemini Man.
1995 erreichte Martin den 3. Platz beim International Thelonious Monk Bass Competition in Washington, D.C.
Ein Jahr später gewann sein Trio Dreiklang die erste Cognac Hennessy/Blue Note Jazz Search in Deutschland, was zu einer Plattenaufnahme für Blue Note Records führte.
Im Jahr 2000 wurde er als erster Jazzmusiker mit dem Kulturpreis des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet.
Martin hat bislang über 20 Alben als Leader oder Co-Leader veröffentlicht - beginnend mit seinem Debüt Gone with the Wind (1993). Zu den Highlights zählen die Quartett-Aufnahmen Salt & Pepper (2007) und Get It? (2009) sowie das orchestrale Album Turn Out the Stars - Music Written or Inspired by Bill Evans (2014) mit Scott Robinson, Bill Cunliffe und Joe La Barbera - ein Werk, das Paquito D'Rivera als "ekelhaft schön" bezeichnete.
Zu seinen neueren Veröffentlichungen gehören Light Blue (2018), White Noise (2020) und My Astorian Queen (2021), das den 25. Jahrestag seines Umzugs nach New York feiert. 2022 stellte er sein neues Projekt, das New York Bass Quartet, vor. Das Album Air erhielt in DownBeat Magazine eine 41/2-Sterne-Rezension, in der Bill Milkowski es als "bass manifesto" würdigte.
Für 2026 sind zwei neue Veröffentlichungen unter Martins Namen geplant:
Zurzeit ist Martin Mitglied in den Trios von Bill Mays, Dena DeRose, Bill Cunliffe, Ann Hampton Callaway und Ted Rosenthal, sowie in den Quartetten von Matt Wilson ("Arts and Crafts") und Ken Peplowski. Seit 2013 tourt er außerdem regelmäßig mit dem belgischen Gitarristen und Jazzlegenden Philip Catherine, mit dem er das Duo-Album New Folks (ACT Records) aufgenommen hat.
Martin Wind hat mit einer Vielzahl namhafter Künstler aufgenommen oder gespielt, darunter Gidon Kremer, Christoph Eschenbach, Mstislav Rostropowitsch, Lalo Schifrin, Monty Alexander, Pat Metheny, Clark Terry, Mark Murphy, Slide Hampton, Toots Thielemans, Buddy DeFranco, das Metropole Orchester, die Rundfunk-Bigbands aus Köln, Hamburg, Frankfurt und Berlin, Michael und Randy Brecker, Eddie Daniels, Curtis Fuller, Phil Woods, Bud Shank, Johnny Griffin, Bucky Pizzarelli, Mike Stern, Larry Goldings, Johnny Mandel, Frank Wess, James Moody, Hank Jones, John Scofield, Sting, Ann Hampton Callaway, Michel Legrand, Mulgrew Miller, Anat Cohen, Benny Green und das Vanguard Jazz Orchestra, um nur einige zu nennen.
Er ist Dozent an der New York University und an der Hofstra University und unterrichtete zudem beim Bundesjazzorchester (BuJazzO) sowie bei den Centrum-, Stanford- und Litchfield Jazz Camps.
Martin komponierte und arrangierte Musik für Theater und Film, unter anderem im Auftrag des American Place Theatre für die Produktionen The Things They Carried (2005) und The Glass Castle (2007). Eine seiner Arrangements war 2014 im Film Love Is Strange mit John Lithgow und Tony Molina zu hören.
Seit 2015 ist er regelmäßig Teil des Kennedy Center Honors Gala Orchestra, mit dem er Weltstars wie James Taylor, Renée Fleming, John Legend, Chaka Khan, Aretha Franklin und Herbie Hancock begleitet.
2018 wurde sein Kontrabasskonzert "Legacy" mit seinem Heimat-Orchester uraufgeführt. Zu seinen weiteren Kompositionen zählen die Sonate "Into the Light" für Bass und Klavier, zahlreiche Arrangements und Originalwerke für Bass-Ensemble sowie rund 100 Jazzkompositionen und Konzertstücke.